Donnerstag, 13. Oktober 2011

Aus der PP aktuell 48/2011 vom Mittwoch, 12. Oktober 2011

Ein Bericht von unseren Gästen in der Pilgerherberge


PP-Pilgerfortbildung, die Dritte

„Die meisten Menschen bewegen sich
auf dem goldenen Mittelweg und wundern sich,
wenn er verstopft ist.“
( Michael Rumpf )
Zunächst die Eindrücke einer Mitpilgerin:
„Ich nahm das erste Mal am Pilgern teil. Es war für mich ein neues Erlebnis.
Für mich war der Weg das Ziel. Mit dem Rucksack auf dem Rücken unterwegs sein, der zu Beginn des Pilgerns mir sehr schwer erschien, aber nach einigen Tagen immer leichter wurde. Auf dem Weg bleibt so manches zurück. Das Miteinander in der Gruppe, aber auch mit den Menschen in den Unterkünften und auch unterwegs war sehr schön.“
Pilgern ist heute kein Abenteuer mehr. Es gibt keine Überfälle mehr wie zu früheren Zeiten, keine Entbehrungen, kein monatelanges von zu Hause weg sein. Es kann aber ein Abenteuer für die Seele werden, die im Voraus nicht weiß welche Gedanken auf sie zukommen.
Aus dem Alltag herausgerissen machten sich auf: sieben Menschen und ein Hund – Sie folgten dem Zeichen der Muschel, die auch als Symbol für den Pilger die Richtung vorgibt und die Kostbarkeit einer Perle in sich hütet. Diesmal ging es bei „Einfach unterwegs“ entlang am Hohenzollernweg.
Von Bieringen aus wurde gestartet nach Frommenhausen mit der größten Pilgerherberge Deutschlands. In diesem Ort hat sich eine richtige Dorfgemeinschaft um das Pilgern gebildet, in Gedenken an den Mitbürger Jakob Beyter, damaliger Schulmeister und Organist, der sich vor 500 Jahren auf die lange Reise nach Spanien machte, um in Santiago de Compostella die Grabstätte seines Namenspatron Jakobus zu besuchen und der gesund und glücklich zurückgekehrt war.
Wir wurden mit selbstgebackenem Kuchen und gemeinsamen Kaffeetrinken von der Dorfgemeinschaft empfangen. Nach dem Abendessen gab es eine von uns Pilgern gestaltete Andacht mit Bürgern aus Frommenhausen und in der Herberge noch einen gemeinsamen Tagesausklang.
Frisch gestärkt zogen wir am nächsten Tag weiter auf einer schönen Hochebene gen Hechingen über Hirrlingen mit dem schönen Schloß nach Rangendingen. In Hechingen war der Campingplatz der Fam. Klingler mit dem Cafe und Vesperstüble „Siehscht me“ unsere Übernachtungsstation.
Dort wurde noch schnell ein Boden in das Schlafzelt verlegt, dass wir es von unten nicht so kalt hatten.
Frisch war die Nacht schon, auch in den Wohnwägen in den sich die zwei Pilgerinnen zurückgezogen hatten.
Am nächsten Morgen gab es ein tolles Frühstück mit selbstgemachter Marmelade, der netten Fam. Klingler, samt Enkeltochter, die sich sofort in Faible, unseren Pilgerhund verliebte. Die schon frühe Sonne und der Blick auf den Hohenzollern………Pilgerherz, was willst du mehr?
Ganz klasse war, dass die Wirtin Frau Klingler bis Gauselfingen mitgepilgert ist. (Geoffrey hat die Gabe, fast jeden dazu einzuladen) Überhaupt war es schön, auf dem Weg Menschen zu begegnen, die uns recht herzlich und manchmal sehr offen entgegen kamen, in einer kleinen Bäckerei eigens sogar Kaffee für uns gekocht und Brezeln mit auf den Weg gegeben haben.
Vielen Dank.
Nun ging es immer in einem Seitental der schwäbischen Alb entlang. Drei Müdbeinige konnten ab Jungingen die Bahn bis Burladingen und dann Gauselfingen nehmen.
In Gauselfingen übernachteten wir im WIR Projekt, einer alten Fabrik,die zum Tagungshaus umgebaut wurde und seit 30 Jahren besteht. Die Leiterin kochte uns eine köstliche Suppe aus ihrem Gemüsegarten. Unter Anderem beherbergt dieses Projekt auch eine Schreinerei, in der Jugendliche eine Ausbildung absolvieren können.
Der nächste Tag begann leicht regnerisch, doch frisch auf, immer an der Muschel entlang. Manchmal hatte wohl ein Scherzkeks die Muschelzeichen falsch verstanden und die Wegzeichnung war nicht immer ganz eindeutig.
Wir gelangten über Neufra mit geistlicher Einkehr in der St. Mauritiuskirche in das abgeschiedene Fehratal bis zur St. Gallus Quelle. Danach in das schöne Laucherttal an der klaren Lauchert entlang, gemütlich bis nach Veringenstadt.
Unsere letzte Strecke lag vor uns: 15 Km noch bis „Sweet little Victory town“ (Das heißt: Sigmaringen - für uns etwas abgewandelt).